Evangelischen Stadtmission Trier – unsere Geschichte

Im 19. Jahrhundert wurde Trier eine Garnisonsstadt, was im Jahre 1890 General Georg von Viebahn als Regimentskommandeur nach Trier führte. Er verkündete unter den Soldaten während seiner Stationierungszeit in Trier die Gute Nachricht von Jesus Christus. Zu seinen Schriften zählt das Buch „Vom Leben im Geist“. Das klare Zeugnis des Generals von Viebahn hat unter den Soldaten und Offizieren, aber auch unter der Zivilbevölkerung, eine kleine, aber entschiedene Gemeinschaft entstehen lassen.

Hugo Lauckner, Gärtner von Beruf, übernahm die geistliche Betreuung dieser Gemeinschaft in Trier. Es wurde ein Saal angemietet, in dem regelmäßig Bibelstunden stattfanden. Mitunter wurde der Kreis von St. Chrischona-Brüdern betreut, die aus dem Saargebiet zu Predigtdiensten nach Trier kamen.

Während der Zeit des Dritten Reiches (1938) gründete Pfarrer Reitz in Trier die Bekenntniskirche, diese war als Teil der Bekennende Kirche eine Oppositionsbewegung der evangelischen Christen gegen den Versuch der staatlichen Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten. Hier sei insbesondere auf die Barmer Erklärung von 1934 verwiesen.

Nachdem Pfarrer Reitz zum Militärdienst einberufen worden war, leiteten in Nachfolge Pfarrer Lohmann, Pfarrer Kisten und Pfarrer Leudung die Bekennende Kirche in Trier. Letzterer bat nach seiner Einberufung Pastor Hermann Mettel aus Kirn, diesen Gemeinschaftskreis einmal im Monat zu betreuen. Pastor Hermann Mettel kam dann für zwei bis drei Tage im Monat nach Trier, um in seiner originellen Art das Wort Gottes zu verkündigen. Im Kampf der Bekennenden Kirche hat Pastor Hermann Mettel klare Position bezogen. Mit einem der Märtyrer der Bekennenden Kirche, Pfarrer Paul Schneider aus Dickenscheid im Hunsrück, gest. 18. Juli 1939 im KZ Buchenwald, war er freundschaftlich verbunden. Paul Schneider wollte trotz seiner Ausweisung aus dem Rheinland dennoch am Sonntag predigen. Hermann Mettel fragte ihn: „Ist das nötig, sich so in Gefahr zu begeben?“ Als Antwort soll Paul Schneider zu seiner Taschenbibel gegriffen haben und aus Johannes 10, die Verse vom guten Hirten, der sein Leben für die Schafe lässt, vorgelesen haben.

Dem Gemeinschaftskreis bekennender Christen in Trier wurde 1957 der Name „Evangelische Stadtmission Trier e.V.“ gegeben.

Als erster Pastor wurde G. Meier eingestellt. Durch Terminüberschneidungen in der Nutzung der Räume der Evangelischen Landeskirche wurde die Dringlichkeit, eigene Gemeinderäume zu haben, mit der Zeit immer größer. Im Jahr 1960 begann der damalige Vorstandsvorsitzende Ludwig, der von Beruf Architekt war, mit der Planung für das eigene Gemeindehaus. Es gelang, Bauland in zentraler Lage zu erwerben, an der Kreuzung Kaiserstraße/Hindenburgstraße, in direkter Nachbarschft zur neuen jüdischen Synagoge. Im Mai 1962 wurde mit dem Bau des Gemeindehauses begonnen und bereits drei Jahre später, am 25. Juni 1965, konnten das Hochhaus und die Räume der Ev. Stadtmission vollendet und ihrer Bestimmung übergeben werden. Am 25. Juni 1965 fand unter Leitung von Pastor Jochums als Direktor der Ev. Gesellschaft für Deutschland die Einweihung der neuen Gemeinderäume der Ev. Stadtmission Trier statt.

Die Evangelische Stadtmission heute

Die Evangelische Stadtmission Trier e.V. gehört zum Gemeindeverband der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland mit Sitz in Radevormwald. Der Verband ist zugleich Mitglied des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Evangelische Stadtmission versteht sich als Teil der weltweiten Christengemeinde, die ihren Glauben durch das Apostolische Glaubensbekenntnis zum Ausdruck bringt. Die Evangelische Stadtmission ist Teil der Deutschen Evangelischen Allianz und über den Gemeindeverband gehören wir zum Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband.

Der Besuch und die Teilnahme an Veranstaltungen der Stadtmission Trier ist an keine Mitgliedschaft gebunden und steht Menschen jeder Konfession und Glaubensrichtung offen. Die einzelnen Arbeitsbereiche der Gemeinde werden ausschließlich durch freiwillige Spenden finanziert.

Die Evangelische Stadtmission hat auch heute, in der Tradition der bekennenden Kirche und der Gemeindegründer, den Zweck und das Ziel, in missionarisch-seelsorgerlicher Arbeit zur Ausbreitung der Guten Nachricht (Evangelium) von Jesus Christus beizutragen. Die Bibel des Alten und Neuen Testaments ist dabei verbindliche Grundlage für Glauben, Lehre und Leben sowie für Aufbau und Gestaltung der Gemeinde.

 

Wir setz(t)en uns ein, für:

Seit 2005 ist die Evangelische Stadtmision Trier überregionale Sammelstelle für das Wohltätigkeitsprojekt Weihnachten im Schuhkarton, das ein Mal im Jahr, im November mit einer Sammelwoche durchgeführt wird. Grenzüberschreitend werden Geschenkkartons aus Trier und Umland, der Eifel, dem Hunsrück und aus Luxemburg in der zentralen Sammelstelle der Stadtmission Trier in der Kaiserstraße 26 abgegeben. Die Pakete werden hier geprüft, ob sie den internationalen Vorschriften und Einfuhrbedingungen der Zielländer entsprechen. Der Zustrom von Päckchen ist seit Beginn stetig gestiegen.

Seit 2000 war die Evangelische Stadtmission immer wieder Mitveranstalter der Veranstaltung ProChrist, einer europaweit einzigartigen Veranstaltung, die Menschen einlädt, eigene Lebensziele und Perspektiven zu überprüfen und sich unter Umständen auf etwas ganz Neues einzulassen – kurz: Zweifeln und Staunen. ProChrist ist ein europaweites Netzwerk, in dem Christen gemeinsam einen Raum schaffen, in dem diese Veranstaltungen über Konfessions- und Glaubensgrenzen hinweg möglich sind.

Überregional ist die Evangelische Stadtmission Trier Mitveranstalter der Aktion ALLIANZ-GEBETSWOCHE, einem Arbeitszweit der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD). In dieser Woche treffen sich Christen aus Landes- und Freikirchen aus dem Raum Wittlich - Prüm - Bitburg - Trier um miteinander für nationale und weltweite Anliegen zu beten.

  • luxemburgisch-deutsches Frauenmatineé

Der Neunkirchener Mission sind wir freundschaftlich verbunden und unterstützen Ihre Arbeit.

 

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Quellen

  1. Ernst Stawinski: Kapitelüberschrift In: Heinrich Jochums: Zeugnisse aus 125 Jahre Evangelische Gesellschaft für Deutschland. Wuppertal-Elberfeld 1973, ISBN 3-87857-128-3, S. 194 ff.
  2. Arno Pagel: „Sie führten zu Christus“, Verlag der Francke-Buchhandlung, ISBN 3 920345738, S. 72 ff.